China zieht am Abzug
Gerade nachdem ich meinen Blogbeitrag China greift nach der Weltherrschaft zuende geschrieben und veröffentlicht habe, lese ich auf dem Rückflug von Spanien nach Hamburg in der Financial Times Deutschland, dass China am Abzug zieht…
China bremst seine Banken
Wann heben die Notenbanken den Leitzins an?, lautet eine der wichtigsten Fragen 2010. In China könnte es bereits bald losgehen: Die People’s Bank of China verlangt mehr Mindestreserven von den Geschäftsbanken – und erschwert die Kreditvergabe.
Chinas Zentralbank sendet das bisher klarste Signal, dass eine Zinswende bald bevorsteht. Die People’s Bank of China (PBoC) kündigte am Dienstag an, den Mindestreservesatz für die Banken ab dem 18. Januar um 0,5 Prozentpunkte zu erhöhen. Der Satz legt fest, wieviel Kapital die Kreditinstitute bei der Notenbank vorhalten müssen. Im Dezember 2008 hatte die PBoC die Quote gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln.
In China wächst die Angst vor einer Überhitzung der Wirtschaft. Deshalb wird die Notenbank aktiv. Neben dem Mindestreservesatz erhöhte sie am Dienstag den Zinssatz für einjährige Schatzwechsel um acht Basispunkte auf 1,8434 Prozent. Es ist die erste Anhebung seit August für Papiere dieser Art. Vergangene Woche hatte sie bereits dreimonatige Schatzwechsel verteuert.Die Erhöhung des Mindestreservesatzes legt nahe, dass weitere Straffungen folgen. Auch mit einer Erhöhung des Leitzinses wird gerechnet. “Die chinesische Zentralbank wird dieses Jahr den Leitzins moderat anheben”, sagte Lu Ting, Volkswirt bei Bank of America/Merrill Lynch. Die Experten der UBS sehen die erste Erhöhung im Mai oder Juni. Der Aktienindex Shanghai Composite kletterte am Dienstag um 1,9 Prozent.
Auf Geheiß Pekings hatten die chinesischen Banken das Darlehensvolumen drastisch ausgeweitet, um die Wirtschaft anzukurbeln. Mit Erfolg: Im dritten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 8,9 Prozent. Seit Sommer wächst aber auch die Angst vor Vermögensblasen und Inflation. Deshalb steuern Regierung und Notenbank gegen – bislang allerdings nur verhalten.600 Mrd. Yuan Kredite in der ersten Januar-Woche
Nach Angaben von Insidern hat Peking für die Kreditvergabe 2010 einen Zielwert von 7000 bis 8000 Mrd. Yuan ausgegeben. Faktisch bedeutet das, dass die Regierung die Vergabe auf dem gegenwärtigen Nivau halten will. Allein in der ersten Woche 2010 vergaben die chinesischen Banken laut Medienberichten 600 Mrd. Yuan an neuen Krediten.
Normalerweise werden im ersten Quartal 40 Prozent der Darlehen vergeben. Für das Gesamtjahr legte das ein Gesamtvolumen an neuen Krediten in Höhe von 7500 Mrd. $ nahe, schrieb Citigroup-Volkswirt Ken Peng in einer Studie: “Das legt nahe, dass der Zielwert von 7000 bis 8000 Mrd. Yuan eher ein Mindestziel darstellt.”Aus Sicht von Volkswirten heizt das starke Kreditwachstum nicht nur die Rally bei Aktien- und Immobilienpreisen weiter an, sondern könnte mittelfristig auch die Teuerung verschärfen. Bank of America/Merrill Lynch hob diese Woche die Inflationsprognose für 2010 von 2,5 auf 3,1 Prozent an. “Der Staat war in den vergangenen 18 Monaten der Haupttreiber des wirtschaftlichen Aufschwungs. Jetzt ziehen auch die Binnennachfrage und die Exporte an. Da die Teuerung bereits positiv ist, könnte das zu höheren Inflationserwartungen führen”, schreiben die Bank-of-America-Volkswirte in ihrer Studie.
Dabei beziehen sie sich auf die jüngsten Exportstatistiken. Demnach kletterten die Ausfuhren der Volksrepublik im Dezember um 17,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das bedeutet, dass die Zentralbank noch mehr Liquidität aufsaugen muss.
Die bisherigen Aktionen der Notenbank könnten sich als nicht ausreichend erweisen, um den Teuerungsdruck einzudämmen. “Die Anhebung des Zinssatzes auf dreimonatige Schatzwechsel um vier Basispunkte vergangene Woche ist viel zu klein, um wirklich die Inflation in Schach halten zu können”, warnt das Bank-of-America-Team. “Eher legt das nahe, dass die Banken die Kredite weiter ausweiten, um sich die tiefen Zinsen zu sichern.”[...]
(Quelle: FTD)
…egal, früher oder später hätten die Zentralbanken so oder so dem Markt wieder die Liquidität entzogen – nun ist es halt China, die selbst am Abzug ziehen und damit das Ende der Liquiditätshausse einläuten. Abgesehen davon zeugt dieser Schritt von Stärke. Die chinesische Wirtschaft ist stark. Und nach meiner Auffassung kann nur eine Starke Wirtschaft mit einer starken Währung einhergehen – und umgekehrt. Sprich, die Schere zwischen USA und China wird weiter aufgehen.
Gutes Gelingen,
Juergen
Tags: Krise, Wirtschaftskrise


Am 15. Januar 2010 um 19:16 Uhr
Erwartungsgemäß machen Aktien die Biege. DAX heute über 100 Punkte im Minus. Verglichen mit dem was jetzt kommen wird noch relativ human.
Gutes Gelingen,
Juergen
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