China greift nach der Weltherrschaft

China will fly up and away – nicht nur trotz der Wirtschaftskrise, sondern gerade wegen der Wirtschaftskrise. Natürlich trifft die durch die Finanzkrise ausgelöste Wirtschaftskrise, ausgehend von den Banken und Finanzinstituten, die gesamte Welt in besonderer Härte. Nichtsdestotrotz trifft es einige härter als andere…und wieder andere profitieren schlussendlich sogar, weil sie am Ende nicht nur gestärkt, sondern sogar stärker als andere aus der Krise hervorgehen. Bei China ist dies in dem Fall so, weil China in der Vergangenheit immer nur Technik und Designs kopiert hat…dabei hat sich China in keinster Weise um Copyrights gekümmert.

Copyright

Copyright

Das Copyright-Zeichen ist ein Hinweis auf das Urheberrecht

Das Copyright anderer Eigentümer wurde zwar verbal geschützt und bestätigt…aber in der Praxis regelrecht ignoriert. Auf dieser Vorgehensweise beruhte in der jüngsten Vergangenheit das extrem hohe Wirtschaftswachstum in Verbindung mit den geringen Lohnkosten und den riesigen Ressourcen, sowohl was Rohstoffe als auch Arbeitskraft anbelangt. China muss sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen, nichts weiter als ein Pirat gewesen zu sein. Doch nun kommt die Wirtschaftskrise ins Spiel…

Bankenkrise gefährdet Vertrauen in Fiatgeld

Fiatgeld

Fiatgeld hat keine Einlösverpflichtung und basiert auf Vertrauen

©Bilderbox

Fiat-Money (auch Fiatgeld) ist Kreditgeld, bei dem seitens des Emittenten keine Einlöseverpflichtung besteht und dessen Akzeptanz durch gesetzliche Vorschriften – wie die Erklärung zum gesetzlichen Zahlungsmittel – erreicht und sichergestellt wird.

(Quelle: Paul Terres: Die Logik einer wettbewerblichen Geldordnung, Mohr Siebeck 1999, S. 42f.)

Und China kann diesen Trend beim Fiatgeld nicht nur beeinflussen, sprich beschleunigen, sondern auch noch steuern und aggressiv zu seinem Vorteil ausnutzen. China hat weltweit die größten Dollarreserven (siehe dazu meine Beiträge aus Januar und März 2006 China auf dem Weg zum Devisenweltmeister und EZB warnt vor wachsenden Devisenreserven)…und schießt die USA in Grund und Boden. Schon damals war die heranwachsende Macht Chinas erkennbar. Natürlich verliert China sehr viel “Geld”, wenn es selber den Dollar zerstört. Aber China hat vorgesorgt und besitzt so oder so riesige Rohstoffvorkommen. Diese Assets werden im Wert so stark steigen, dass sie den Verlust im FIAT Geld mehr als ausgleichen. Dabei ist einer der wichtigsten Aspekte für China, dass sie dank der Wirtschaftskrise erstmalig in die Lage versetzt werden, Schlüsseltechnologien einzukaufen und zu sich ins Land zu holen. China avanciert vom Pirat zum Feldherren. Dadurch, dass China nun aggressiv Dollars “ausgibt” beziehungsweise in Werthaltiges wie zum Beispiel Gold (siehe Gold to go) aber auch Technologien, Firmen und Manager tauscht, tötet China den Dollar und bringt sich selbst in eine exzellente Ausgangsposition für die Zeit nach der Krise. Besonders clever finde ich zum Beispiel auch den Schachzug, dass China seine Goldreserven zurück ins Land holt und “zur Sicherheit” selber lagert. Ausserdem will China zum Goldhandelsplatz Nummer 1 werden. Ein klares Signal, dass die weisen Chinesen davon ausgehen, dass das Ende des FIAT Geldes sehr bald erreicht sein könnte – wobei mit “bald” unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten natürlich nicht “morgen” gemeint ist. ;-)

Die USA wird innerhalb der nächsten 10 Jahre seine Weltherrschaft endgültig an China verlieren. Der “Kriegsschauplatz” wird sich damit verlagern. Die klassischen Gegenspieler USA vs. Sowjetunion werden abgelöst durch die neuen Spitzenreiter China vs. Russland.

Der Megatrend China steht nach wie vor am Anfang seiner Entwicklung. Die Börsen, die solche Trends frühzeitig abbilden, zeigen auch am Fall China die oben beschriebene Situation sehr schön.

Hang Seng Outperformance im Vergleich zum Dow Jones und DAX seit den letzten Tiefstständen der Weltbörsen im März 2009

Hang Seng steigt und steigt und steigt...

Hang Seng steigt und steigt und steigt...

(Quelle: Yahoo Finanzen)

Und nicht nur die chinesischen Aktien zeigen eine Outperformance, auch die chinesische Währung, der Renminbi, geht durchs Dach – lässt sich nur leider für Ausländer schwer handeln, so dass man an diesem Trend nur schwierig partizipieren kann.

Gutes Gelingen,
Juergen

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3 Reaktionen zu “China greift nach der Weltherrschaft”

  1. China zieht am Abzug

    [...] lese ich auf dem Rückflug von Spanien nach Hamburg in der Financial Times Deutschland, dass China am Abzug zieht [...]

  2. klugcose

    hi,
    also ich fand das einen sehr guten beitrag
    ich habe nun eine frage könnten sie mir bitte ein paar fragen für mein erdkunde referat (abi) beantworten?
    also……sind sie der meinung china hat teilweise schon die weltherrschaftt?
    …..und in was
    …..wie genau tun sie das (also china mit der weltherrscahft)?

  3. Juergen

    Ein weiterer cleverer Schritt der Chinesen: Die Aufwertung des Renminbi.

    Mit einer stärkeren Währung werden ausländische Assets “günstiger”. China wird in dieser Dekade aggressiv Know How einkaufen und die Weltherrschaft übernehmen.

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