ayondo

Megatrend ‘Verstaatlichung’

Nachdem Barack Obama am Montag, den 1.6.2009 General Motors (GM) Pleite gehen lässt und anschließend vereinnahmt, setzt auch die Bundesregierung Ihren eingeschlagenen Weg aus Ihrer Finanzmisere konsequent fort.

Zunächst wurden Staatsunternehmen wie die Deutsche Telekom (DTE) am 18.11.1996 mit einem Kurs von 14,57 Euro (heute 8,10 Euro) von der Regierung an die Wand genagelt. Dieser erste Schritt zur Entstaatlichung spülte Staatseinnahmen in Höhe von 13 Milliarden Euro in die Kassen. Auch wenn das Timing nicht perfekt war, so bewies man doch damals schon Weitsicht. Ihr Meisterstück vollbrachte die Regierung mit dem Börsengang der Deutschen Post (DPW). Es wurden 100 Million Mark für eine Werbekampagne ausgegeben, um die Aktie in einer Bookbuildingspanne von 18 bis 23 Euro am 20.11.2000 an den Bürger zu bringen. Auch wenn man mit dem Platzierungspreis am unteren Ende der Bookbuildingrange blieb – ein Superdeal. Heute ist die Aktie nur noch die Hälfte wert.

Trotz dieser hervorragenden Verkäufe stieg die Staatsverschuldung kontinuierlich an – Unfähigkeit der Politiker oder genialer Schachzug? Die Regierungen haben zunächst Kasse gemacht und Ihre größten Unternehmensbeteiligungen versilbert, dann aggressiv den Schuldenberg aufgebaut …und die Weltwirtschaft über die Klippe gestoßen. Nun werden populistische Rettungsmaßnahmen durchgeführt (Commerzbank teilverstaatlicht; Hypo Real Estate verstaatlicht …), um das System zu stützen und Deutschland und die ganze Welt zu retten. Offensichtlich macht der Staat hier bottom fishing, schnappt sich billig die Stücke …und kassiert obendrein Wählerstimmen, obwohl Verstaatlichung kein Sozialismus ist.

Eine solche Glanzleistung hätte ich unseren Politikern gar nicht zugetraut. ;-)

Gutes Gelingen,
Juergen

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Eine Reaktion zu “Megatrend ‘Verstaatlichung’”

  1. gerald

    Wenn ein Unternehmen verstaatlicht wird, der Staat aber bis über alle Maßen bei Banken in der Kreide steht, wären dann nicht im Grunde genommen die Banken die heimlichen Besitzer der scheinbar verstaatlichten Unternehmen?
    Wenn der Staat dann vor dem nächsten Haushaltsentwurf völlig klamm ist, werden die Unternehmen wieder privatisiert und der Besitz der Staatsbürger wandert wieder in die Taschen der Banken. Oder?

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