EZB erhöht Zinsen
1. Dezember 2005
Wien (Reuters) – EZB-Ratsmitglied Klaus Liebscher sieht in der heutigen Zinserhöhung kein Signal für weitere Zinsschritte der Europäischen Zentralbank (EZB).
“Wir wollten mit dieser Entscheidung sicher kein Signal für folgende Zinsschritte setzen”, sagte Liebscher, auch Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), am Donnerstag zur Austria Presse Agentur (APA). “Wir werden bei jedem Meeting neu darüber entscheiden”, unterstrich Liebscher. Die Risiken für Preisstabilität seien nach den jüngsten Daten gegenüber den letzten Monaten deutlich aufwärts gerichtet “und wir sehen mit Sorge den Anstieg der Kerninflationsrate.” Inflationsdruck sehe die EZB auch durch “administrative” Preise und Abgaben.
Beim Wirtschaftswachstum sehe die EZB weiter eine “graduelle Erholung” gemäß ihrer Projektionen. Alle Indikatoren wiesen darauf hin, dass der Weg der graduellen Erholung weiter gehe, sagte Liebscher.
Befürchtungen von Politikern, dass eine Anhebung der Euro-Leitzinsen Gift für die Konjunktur wäre, teilt Liebscher nicht: Die heutige Zinserhöhung sei eine “moderate Korrektur”.
Die Geldpolitik unterstütze damit weiter Wachstum und Beschäftigung. Die EZB hat heute erstmals nach fünf Jahren ihren Leitzins um einen Viertel-Prozentpunkt auf die allgemein erwarteten 2,25 Prozent angehoben.

