Vernetzte Mikrokraftwerke sparen Energie

Southhamptom – Strom von Großkraftwerken zum Endverbraucher hin zu transportieren, kostet viel Energie. “Nur 30 bis 40 Prozent der Primärenergie werden tatsächlich genutzt, 60 bis 70 Prozent verschwinden einfach auf dem Weg in Form von Abwärme”, erklärt Tom Markvart von der Southampton-Universität. Der Ingenieur hat nun mit einem Computermodell durchgerechnet, was sich verändern würde, wenn ein Teil der benötigten Energie dezentral in kleinen, miteinander vernetzten Energieeinheiten erzeugt würde: 30 Prozent Einsparung an Rohstoffen und damit auch Emissionen ohne Einschränkung des Konsums wären möglich.

Je nach Besiedelungsdichte könnte es sogar sinnvoll sein, einzelne Häuser mit eigener Energieversorgung auszustatten. Insbesondere Solaranlagen und Miniwindräder bieten sich dafür an. Die Abwärme würde im Haus für Heizung und Warmwasser sorgen, während überschüssige Elektrizität in das Netzwerk aus kleinen Anlagen eingespeist würde, nach dem Modell der “Peer to peer”-Musiktauschbörsen im Internet. Die Steuerung und Abrechnung würde eine Software übernehmen, das Netz selbst existiert praktisch schon, da alle Haushalte an das Stromnetz angeschlossen sind. Nach Schätzungen der Wissenschaftler könnten im Jahr 2020 schon acht Millionen Haushalte mit einer eigenen Mini-Anlage ausgerüstet sein und etwa ein Drittel ihres Bedarfs decken. arö

Erschienen in der Welt am 27. September 2005

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